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Direct Payment Terminal
Erstellungsdatum: 16.03.2026

Die AFIR-Verordnung: Was Betreiber von Ladestationen jetzt wissen müssen

Mit der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) hat die Europäische Union einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa geschaffen. Die EU-Verordnung ist ein zentraler Baustein der europäischen Verkehrswende und definiert klare Vorgaben für den flächendeckenden Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur und alternativen Kraftstoffen.

Für Betreiber von Ladestationen bedeutet die AFIR neue technische, regulatorische und marktbezogene Anforderungen. Gleichzeitig eröffnet sie durch verbindliche Ausbauziele, steigende Nachfrage nach E-Mobilität und europaweit einheitliche Standards erhebliche Wachstums- und Investitionschancen im Markt für Ladeinfrastruktur.

Was regelt die AFIR?

Die AFIR-Verordnung bestimmt die Mindestanforderungen für die Infrastruktur alternativer Kraftstoffe (insbesondere Lade- und Tankinfrastruktur) in den Mitgliedstaaten. Dazu zählen die Errichtung von ausreichender Ladeinfrastruktur, Interoperabilität der Systeme und klare Information und einfache Zahlungsmöglichkeiten für einen nutzerfreundlichen Zugang zur Lade- und Tankinfrastruktur. 

Doch was bedeutet das konkret für Unternehmen, Flottenbetreiber und die Energiewirtschaft?

Einfache Bezahlmöglichkeiten

Ein zentraler Bestandteil der AFIR ist die Vereinfachung des Bezahlens an öffentlichen Ladesäulen. Ziel ist es, die Nutzung der Ladeinfrastruktur europaweit transparenter, zugänglicher und kundenfreundlicher zu gestalten.

Während Viellader:innen und Unternehmensflotten häufig von Ladekarten und vertraglich geregelten Tarifen profitieren, gewinnt die direkte Bezahlmöglichkeit, insbesondere für Gelegenheitsnutzer:innen und im grenzüberschreitenden Verkehr, zunehmend an Bedeutung.

Die AFIR schreibt vor, dass bestimmte neue öffentliche Ladestationen seit 2024 mit Direct Payment Terminals (DPT) ausgestattet sein müssen. Für bestehende öffentliche Ladepunkte gilt diese Verpflichtung ab 1. Jänner 2027. Damit wird sichergestellt, dass Kund:innen unabhängig vom jeweiligen Betreiber mit gängigen Zahlungsmitteln wie Debit- oder Kreditkarte direkt an der Ladesäule bezahlen können.

Für Betreiber von Ladeinfrastruktur bedeutet dies klare technische Anforderungen sowie Investitionen in eichrechtskonforme und interoperable Zahlungssysteme.

Bereits heute hat SMATRICS EnBW nahezu das gesamte österreichische Netz an High-Power-Chargern (HPC) mit Direct Payment Terminals (DPT) ausgestattet. Damit erfüllt SMATRICS als E-Mobilitätsdienstleister bereits heute schon die ab Jänner 2027 geltenden Anforderungen für bestehende HPC-Ladeinfrastruktur mit einem eichrechtskonformen Direct Payment Terminal für transparente und nachvollziehbare Ladekosten. Das SMATRICS Direct Payment Terminal ist eichrechtskonform und ermöglicht transparente Abrechnung sowie volle Kostenkontrolle aus einer Hand.

Smart Charging und Lastmanagement

Der beschleunigte Ausbau von HPC-Ladeparks ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine strategische Herausforderung für Netzbetreiber und Infrastrukturbetreiber. Mit den verbindlichen Ausbauzielen der Alternative Fuels Infrastructure Regulation steigt der Leistungsbedarf im Verteilnetz deutlich an. Gleichzeitig müssen Netzstabilität, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet bleiben.

Für Netzbetreiber bedeutet das: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der Netzentwicklungsstrategie. Anstatt ausschließlich auf kostenintensive Netzerweiterungen zu setzen, gewinnen intelligente Steuerungs- und Lastmanagementsysteme strategisch an Bedeutung.

Smart Charging Lösungen wie LOCI von SMATRICS ermöglichen eine netzdienliche Integration großer Ladeparks, indem sie Leistung dynamisch steuern, Lastspitzen reduzieren und vorhandene Netzkapazitäten optimal nutzen.

Strategisch betrachtet wird intelligentes Lastmanagement somit zum entscheidenden Enabler für skalierbaren Ausbau, wirtschaftliche HPC-Standorte und eine langfristig stabile Energieinfrastruktur.

Ladenetzausbau in der EU

Ein weiterer zentraler Baustein der AFIR ist der flächendeckende Ausbau der Ladeinfrastruktur in der gesamten EU. Dabei geht es nicht nur um Pkw, sondern insbesondere auch um den Schwerverkehr. Elektrische Lkw und Busse stellen deutlich höhere Anforderungen an Ladeleistung, Netzanschluss und Ladeinfrastruktur, vor allem entlang der europäischen Hauptverkehrskorridore.

Für die Praxis bedeutet das: Ladeinfrastruktur muss europaweit planbar, leistungsfähig und standardisiert sein. Nutzer:innen sollen innerhalb der EU problemlos laden können – ohne sich in jedem Land mit unterschiedlichen technischen Standards, Zugangssystemen oder Informationsformaten auseinandersetzen zu müssen. Interoperabilität und einheitliche Rahmenbedingungen sind daher zentrale Voraussetzungen für grenzüberschreitende Elektromobilität.

Darüber hinaus verschärft die AFIR die Anforderungen an Transparenz und Datenbereitstellung. Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur sind verpflichtet, umfassendere Betriebsdaten bereitzustellen – etwa zu Standort, Verfügbarkeit, Ladeleistung und Nutzung. Diese Daten dienen nicht nur der besseren Nutzerinformation, sondern auch der Planung, Markttransparenz sowie dem Monitoring und Reporting gegenüber Behörden.

Strategisch bedeutet das für Betreiber: Datenmanagement, digitale Schnittstellen und regulatorische Compliance werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren im europäischen Markt für Ladeinfrastruktur.

Fazit

Mit der Alternative Fuels Infrastructure Regulation setzt die EU ein klares Signal für die Mobilitätswende in Europa. Die Verordnung verschärft die regulatorischen Anforderungen an Betreiber von Ladeinfrastruktur – insbesondere in den Bereichen Interoperabilität, Transparenz, Bezahlmöglichkeiten und Datenbereitstellung. Gleichzeitig schafft sie durch verbindliche Ausbauziele und europaweit einheitliche Standards neue Marktchancen und Investitionssicherheit

Wer frühzeitig in interoperable Systeme, Smart Charging Lösungen, leistungsfähige Backend-Strukturen und strategische Partnerschaften investiert, kann seine Wettbewerbsposition nachhaltig stärken und zusätzliche Erlösmodelle im wachsenden Markt für Elektromobilität erschließen.

Die AFIR schafft damit verlässliche Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Ausbau der Ladeinfrastruktur in der EU. Damit die ambitionierten Ziele Realität werden, braucht es jedoch koordinierte Maßnahmen auf nationaler und regionaler Ebene, gezielte Netzinvestitionen sowie den konsequenten Einsatz intelligenter Technologien zur Sicherung von Netzstabilität und Skalierbarkeit.